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Riskante Jagd im Wohngebiet
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Hennigsdorf Riskante Jagd im Wohngebiet

Unbekannte sollen am Mittwochabend gegen 23 Uhr eine Bache am Konradsberg erlegt haben, ein weiteres Tier und zehn Frischlinge kamen davon. Doch genehmigt scheint die Aktion nicht gewesen zu sein. Stadt, Kreis und Forstamt wissen nichts von dieser Aktion.

Rund 40 Wildschweine sollen sich derzeit in Hennigsdorf rumtreiben.

Quelle: privat

Hennigsdorf. Eine Bache soll am Mittwoch gegen 23 Uhr im Wohngebiet am Konradsberg geschossen worden sein. Eine zweite Bache und zehn Frischlinge liefen davon. „Ich finde diese Jagd unverantwortlich! Auch um die Zeit laufen noch Leute mit Hunden herum“, erklärt ein Hennigsdorfer, der von der Nauener Straße aus Augenzeuge war. Dann habe er Leute mit einer Taschenlampe durch den Wald zum Schwein rennen sehen. „Sie haben noch kurz geredet, dann haben sie das Schwein ins Auto gepackt und waren verschwunden“, so der Hennigsdorfer, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will.

Die Jagd im Wohngebiet war allem Anschein nach illegal. Weder Stadtverwaltung, noch der Landkreis oder die Polizei waren über die Aktion informiert. Auch Bernd Erdmann, der zuständige Revierleiter vom Forstamt, zeigte sich auf MAZ-Anfrage überrascht. „Wir jagen grundsätzlich nicht im Stadtgebiet.“ Zudem würde er immer sofort informiert, wenn seine Jäger ein Wildschwein geschossen hätten.

Zehn männliche Tiere haben Revierleiter Erdmann und ein Dutzend Jäger im Wald vor Hennigsdorf seit Anfang Mai bei drei Einsätzen geschossen. So will Erdmann auch dem Wildschweinproblem in der Stadt begegnen. Frischlinge seien aber nicht geschossen worden, unter zehn Kilo könne man das Tier nicht vermarkten. „Wir schießen nichts für die Tonne.“ Wegen der dichten Vegetation sei nun bis August Pause. Dann seien auch Frischlinge so weit, dass sie geschossen werden dürften, genau wie die Bachen, deren Schonzeit am 16. August endet.“

Von Marco Paetzel

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