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Kränkelt das Herzstück der Gartenstadt?
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Sorge um Konrad-Wolf-Park in Potsdam/Drewitz Kränkelt das Herzstück der Gartenstadt?

Drei Jahre nach der Eröffnung des Konrad-Wolf-Parks im Zentrum der neuen Gartenstadt Drewitz gibt es Hinweise auf eine drohende Verwahrlosung der Anlage. Kommunalpolitiker und der Stadtspuren-Verband der Potsdamer Wohnungsunternehmen sind alarmiert und fordern Aufklärung.

Katrin Poller ist mit ihrem Kind erst kürzlich nach Drewitz gezogen. Im Konrad-Wolf-Park hält sie sich gern auf.

Quelle: Christel Köster

Potsdam/Drewitz. Die mit Millionenförderung zum Stadtpark umgebaute Konrad-Wolf-Allee gilt als das Herzstück der Gartenstadt Drewitz. Im Viertel wächst die Sorge, dass der beliebte Stadtpark kaum drei Jahre nach seiner Eröffnung verkommt. Kati Anton, die seit Jahren in der Bürgervertretung Drewitz aktiv ist, berichtete am Mittwoch, dass Anwohner schon im vergangenen Jahr auf eine Verschlechterung des Zustands der Grünanlagen und auf ein zunehmendes Müllproblem hinwiesen.

Carsten Hagenau, Sprecher des Arbeitskreises Stadtspuren der großen Potsdamer Wohnungsunternehmen, bestätigte, dass er seit dem Herbst Kontakt zum Rathaus suchte, um Informationen zur Pflege und zum Erhalt des Parks zu bekommen. Am 11. April habe er erstmals einen Termin beim Chef des Grünflächenamtes, Herbert Claes, bekommen. Man habe festgestellt, dass es „offenbar unterschiedliche Wahrnehmungen“ gibt. Die mit der Pflege beauftragte Firma sei gewechselt worden. Noch im Frühjahr solle es nun einen Vor-Ort-Termin geben.

Die Kommunalpolitik wurde bei einem Treffen des Stadtteilrates im April alarmiert, wie Jana Schulze (Linke) am Mittwoch berichtete. Auf Initiative von Lars Eichert (CDU/ANW) verlangen Vertreter von vier Fraktionen nun in einer gemeinsamen kleinen Anfrage an die Verwaltung Aufklärung. Unterzeichner sind neben Schulze und Eichert Anke Michalske-Acioglu (SPD) und Ingeborg Naundorf (Grüne). Der Tonfall der Anfrage ist schroff.

Der „große Nutzungsdruck“ als Aufenthalts- und Spielort belege, dass die Anlage des Konrad-Wolf-Parks „eine gute Entscheidung war und seine gestalterische Qualität den Nerv der Drewitzer getroffen hat“, so die Politiker. Gleichzeitig werfe dies aber auch „Fragen zum Erhalt durch Pflege und Instandhaltung auf“. Die Autoren verweisen darauf, dass seit dem Herbst mehrfach gestellte Fragen von Stadtspuren-Koordinator Hagenau an die Verwaltung unbeantwortet blieben.

Sie stellen zudem fest, dass der Park „nach Beobachtung der Mitarbeiter von Stadtspuren-Unternehmen“ in „größeren Abständen als früher pflegerische Zuwendung erfahre“, dass er „seltener gewässert“ und der „Rasen gar nicht mehr gedüngt“ werde. Deshalb, so die Politiker, sähen sie sich „nunmehr zur Klärung der aufgeworfenen Fragen genötigt“.

Anfragen der MAZ etwa zu den Pflegezyklen und zum finanziellen Aufwand für die Parkpflege will das Rathaus am Donnerstag beantworten. Sprecherin Friederike Herold versicherte vorab: „Nach unserer Ansicht ist der Konrad-Wolf-Park in einem guten Zustand und die Stadt ist bemüht, dies auch weiterhin beizubehalten.“ Eine „Terminfindung“ mit dem Arbeitskreis Stadtspuren sei „schwierig“ gewesen, nun gebe es aber „einen Abstimmungstermin für Mitte Juni“.

Von Volker Oelschläger

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