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Mehr Grün, weniger Beton
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Diskussion im Potsdamer Umweltausschuss Mehr Grün, weniger Beton

Umweltschutz hat viele Facetten – und die scheinen nicht immer zueinander zu passen. Einerseits spricht sich der Ausschuss für Klima, Ordnung, Umweltschutz und ländliche Entwicklung für die umstrittene Novelle der Potsdamer Baumschutzverordnung aus, die es einfacher macht, Bäume zu fällen. Andererseits plädiert der Ausschuss dafür, dass es am Humboldtring grüner wird.

Der Ausschuss tagte in dieser Legislaturperiode zum 27. Mal.

Quelle: Nadine Fabian

Potsdam. Mit eine langen Tagesordnung hat sich der Ausschuss für Klima, Ordnung, Umweltschutz und ländliche Entwicklung der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend befasst. Dabei ging es unter anderem um folgende Themen:

Baumschutz-Novelle zugestimmt

Der Umweltausschuss hat gegen die Stimmen der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und der Fraktion Die Andere der Novelle der Potsdamer Baumschutzverordnung zugestimmt. Zuvor hatte Andreas Menzel für den Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) den Entwurf kritisiert: Dieser sei eine Verschlechterung des Baumschutzes. Die Stadt vergebe sich ohne Not die Möglichkeit, dem weiteren Verlust an Grün- und Baumbestand zu begegnen.

Jeder Potsdamer kann Pate werden

Die Linke möchte, dass die Stadt Baumpatenschaften ins Leben ruft. Dabei geht es ihr um die persönliche Pflege vorhandener und um das Pflanzen neuer Bäume. „In Potsdam werden viele Bäume gefällt und teure Ersatzpflanzungen müssen getätigt werden. Daher wäre es doch sinnvoll, wenn die Stadt für die Bäume Paten innerhalb der Bürgerschaft sucht“, so die Begründung. Der Umweltausschuss stellte den Antrag zurück. Grund: Seit 2016 wirbt die Stadt in einem Faltblatt für bürgerschaftliches Engagement; seither sind zwei Patenschaften für Bäume und 64 für Grünflächen entstanden.

Mehr Grün und weniger Beton am Humboldtring

Die Hauptachse des Humboldt­rings soll für Fußgänger und Radler schöner werden. Das fordert die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in einem Antrag, dem der Umweltausschuss zugestimmt hat. Demnach soll der Oberbürgermeister eine städtebauliche Studie für die breite, ehemals viel befahrene Straße beauftragen. Diese sei durch die Schließung der Auf- und Abfahrt zur Schnellstraße nahezu stillgelegt. Man könne Teile entsiegeln, begrünen und Querungshilfen – etwa zum Schulcampus hin – bauen.

Weiter Debatte um Brache an der Glasmeisterstraße

Nach dem Ja im Bildungsausschuss, heißt es nun Nein: Der Umweltausschuss lehnt es ab, die Brache an der Glasmeisterstraße in Babelsberg als Standort für eine Sportstätte prüfen zu lassen. Einen entsprechenden Antrag stellt die CDU/ANW-Fraktion. Wie berichtet, ist die Fläche bereits für Wohnungen und Gewerbe vorgesehen, um das Zentrum Ost und das historische Zentrum Babelsbergs miteinander zu verbinden. Das Vorhaben gehe auf einen Beschluss der Stadtverordneten zurück, sagte Dieter Lehmann, Bereichsleiter Stadterneuerung. Die Stadt führe derzeit Gespräche mit dem Eigentümer über die Entwicklung der Fläche, die als millionenschweres städtebauliches Filetstück gilt.

Würde die Stadt sich aus der bisherigen Verabredung zurückziehen und auf eine Sportstätte umschwenken, verlöre das Land erheblich an Wert, so Lehmann. Der Eigentümer würde dann Entschädigungsansprüche gegenüber der Stadt geltend machen. Zudem bliebe man auf den Kosten für die Entsorgung der Altlasten des ehemaligen Gaswerks Babelsberg sitzen. Dafür stehen Fördermittel in Ausschicht – diese sind aber daran gebunden, dass auf dem Areal Arbeitsplätze entstehen, was beim Bau eines Sportplatzes nicht der Fall wäre.

Von Nadine Fabian

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