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Olympiasieger freut sich mehr über Hund Paul als über Gold
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Glückliche Hunde-Heimkehr Olympiasieger freut sich mehr über Hund Paul als über Gold

Fast zwei Tage lang durchlebte der ehemalige Olympiasieger Hans-Georg Beyer den Alptraum aller Hundehalter: Welpe Paul war beim Gassi gehen entlaufen. Online und vor Ort halfen mehrere Hundert Potsdamer bei der Suche. Auch die MAZ beteiligte sich und konnte schließlich den Kontakt vermitteln. Das Wiedersehen zwischen Hund und Herrchen fiel besonders emotional aus.

Herrchen Hans-Georg Beyer und Welpe Paul sind mit einem Schrecken davon gekommen.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Waldstadt. Aufatmen bei Familie Beyer: Nach 36 Stunden Angst und Bangen ist Paul wieder zurück. Der drei Monate alte Australian Shepherd-Labrador-Mix war am Dienstagvormittag bei einem Spaziergang in der Potsdamer Waldstadt entlaufen. Es folgte eine Suche mit überwältigender Anteilnahme, die dank einer MAZ-Leserin am Ende von Erfolg gekrönt war.

Im ganzen Wohngebiet hatte die Familie mit Unterstützung der Potsdamer Tierrettung Suchzettel mit einem Foto des verspielten Welpen aufgehangen und bis in die Nacht hinein den Wald durchforstet. „Bei der Suche sind wir durch die Hölle gegangen“, sagt Hans-Georg Beyer, der befürchtete, Paul nie wieder zu sehen. Auch andere Hundehalter und Nachbarn halfen. „Die große Resonanz hat uns überrascht“, sagt er, „und gezeigt, wie groß der Zusammenhalt im Notfall ist.“

Online-Suche erreichte mehrere Tausend Menschen

Erfolgreich war die Suchaktion im Wald und an den Bahngleisen jedoch nicht. „Die Ungewissheit war schlimm, aber wir haben die Hoffnung nie aufgegeben“, sagt Hans-Georg Beyer. Sein Sohn Sebastian startete deshalb während der Suche vor Ort auch online einen Aufruf, der binnen weniger Stunden eine Hilfslawine lostrat. Mehrere Tausend Leute erreichte die Vermisstenmeldung auf Facebook deutschlandweit. Neben Radiosendern und anderen Medien verbreitete auch die MAZ die Suche nach dem Welpen und vermittelte schließlich den entscheidenden Kontakt: MAZ-Leserin Carmen Siebert hatte den Welpen gefunden und war online auf die Suchaktion aufmerksam geworden.

Paul sei ihr am Dienstagnachmittag fast vor das Auto gelaufen, berichtet sie. Die Belzigerin arbeitet im Caputher Heuweg, nur unweit des Wohnorts der Familie Beyer, und wollte sich gerade auf den Heimweg machen. „Ich habe angehalten und der Hund ist direkt ins Auto gesprungen“, sagt sie. Mit zwei Kollegen habe sie noch etwa 45 Minuten gewartet, ob der Besitzer kommt. Doch es kam niemand. „Ich wollte ihn nicht dort lassen, weil ich Angst hatte, dass er überfahren wird.“ Also nahm Carmen Siebert Paul mit, der Hund verbrachte die Nacht bei ihr Zuhause.

Mit diesem Bild suchte Familie Beyer nach Paul.

Quelle: privat

Nachdem die MAZ den Kontakt zu Familie Beyer hergestellt hatte, holte diese den Welpen am nächsten Tag in Bad Belzig ab. „Die Freude Paul wieder zu sehen, war noch viel größer als bei meinem Olympiasieg 1980“, sagt der ehemalige Handball-Nationalspieler Hans-Georg Beyer, dem beim Gedanken an das Wiedersehen mit Paul Tränen in den Augen stehen. „Bei einem so kleinen Hund geht man emotional noch viel mehr mit.“

Auch die zahlreichen Helfer online und vor Ort freuten sich über die Meldung, dass Paul wohlbehalten zurückgekehrt ist. Beim Gassi gehen darf er vorerst zwar nicht mehr von der Leine, dafür gibt es Streicheleinheiten von allen, die den Welpen von den Suchzetteln wiedererkennen. So ganz recht ist der Trubel um ihren Hund den Beyers allerdings nicht. Bei ihnen sitzt der Schock noch tief – ganz im Gegenteil zum Hund. Paul wird nun verwöhnt und kann wieder mit seinem Lieblingsspielzeug, einem quietschenden Frosch, durch die Wohnung toben. „Er durfte sogar ausnahmsweise bei uns mit im Bett schlafen“, sagt Beyer.

Von Victoria Barnack

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