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Radfahren in Potsdam ist ganz okay, aber…
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Fahrradklimatest 2016 Radfahren in Potsdam ist ganz okay, aber…

Weit über 3000 Brandenburger haben in den vergangenen Monaten Angaben zur Fahrradfreundlichkeit ihrer Stadt gemacht. Darunter auch 911 Potsdamer. Vollkommene Zufriedenheit sieht anders aus, die Platzierung schlechter als im Vorjahr, aber das Ergebnis ist besser als bei den meisten vergleichbaren Städten.


Quelle: Friedrich Bungert

Potsdam. In Potsdam liegt beim sogenannten Fahrradklima-Test 2016 im bundesweiten Vergleich von 38 Großstädten mit einer Bevölkerung zwischen 100 000 und 200 000 Einwohnern mit der Note 3,6 auf dem sechsten Platz. Bei der letztmaligen Umfrage zur Fahrradfreundlichkeit im Jahr 2014 kam Potsdam noch auf den vierten Platz.

Brandenburgweit reicht die Note – Einwohnerzahl übergreifend – immerhin noch für Platz 9 von 27.

Stärken und Schwächen

In der Landeshauptstadt wurden vor allem die Erreichbarkeit des Stadtzentrums und das Angebot an öffentlichen Rädern gelobt. Erfreut waren die Befragten auch darüber, dass viele andere Bürger - von Jung bis Alt - mit dem Fahrrad unterwegs sind. Gegenüber 2014 hat sich in den Augen der hiesigen Radfahrer vor allem die Erreichbarkeit der Innenstadt verbessert.

Als Ärgernisse wurden – ähnlich den Angaben von 2014 – von den Befragten die vielen Konflikte mit Fußgängern – noch hinter den Auseinandersetzungen mit Autofahrern –, die Fahrradmitnahme-Möglichkeiten in Bussen und Straßenbahnen, die schlechte Führung an Baustellen sowie der häufige Fahrraddiebstahl bemängelt.

Stadt fühlt sich bestätigt

„In den vergangenen Jahren hat die Landeshauptstadt weiter kontinuierlich an der Verbesserung der Fahrradfreundlichkeit gearbeitet. In diesem Jahr werden wir 1,5 Millionen Euro für den Radverkehr zur Verfügung stellen“, sagt Andreas Goetzmann, Fachbereichsleiter Stadtplanung und Stadterneuerung nach der Veröffentlichung der Ergebnisse. „Das gute Ergebnis zeigt, dass sich unsere Bemühungen ausgezahlt haben. Wir sind auf dem richtigen Weg, aber dürfen uns jetzt auch nicht ausruhen“, so Goetzmann.

Die bundesweiten Sieger 2016

Bundesweiter Sieger in der Kategorie 100 000 – 200 000 Einwohner wurde Göttingen in Niedersachsen (3,32) vor Hamm (3,34, NRW) und Erlangen (3,34, Bayern). Schlusslicht ist Hagen im Ruhrgebiet mit der Gesamtnote 4,72.

Bei den mittelgroßen Städten (50 000 – 100 000 Einwohner) liegt Cottbus (3,52) vor Frankfurt (Oder) und der Stadt Brandenburg an der Havel, die auch bundesweit mit Platz 91 unter 98 Städten ganz hinten landete. Bundesweit schnitten in dieser Größenordnung Bochholt (NRW), Nordhorn (Niedersachsen) und Wesel (NRW) ab.

Unter den kleinen Städten (< 50 000 Einwohner) landete überraschend Bad Wilsnack (Prignitz) als Neueinsteiger mit der Note 2,42 auf Platz eins in Brandenburg. Schlusslicht ist Falkensee (Havelland) mit Note 4,39. Bundesweit schafften es hier Reken, Wettringen und Heek (alle NRW) aufs Podest.

Bei den Großstädten über 200 000 Einwohnern liegt Münster (NRW) vor Karlsruhe und Freiburg im Breisgau (beide Baden-Württemberg). In dieser Kategorie gibt es keinen brandenburgischen Vertreter.

Übrigens: Vernachlässigt man mal die Unterteilung nach Einwohnerzahlen und nimmt nur die Note als Maßstab, so kommt Potsdam in der Rangliste aller Städte immerhin noch unter die Top 100. Ein ehrenwerter Platz 97 steht zu Buche.

Der ADFC-Fahrradklima-Test

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist der Zufriedenheits-Index der Radfahrer in Deutschland. Mehr als 120.000 Bürgerinnen und Bürger haben 2016 mitgemacht und die Situation für Radfahrer in 539 Städten und Gemeinden bewertet. Die Ergebnisse geben Verkehrsplanern und politisch Verantwortlichen lebensnahe Rückmeldungen zum Erfolg ihrer Radverkehrsförderung und nützliche Hinweise für Verbesserungen.

Weitere Informationen zum Test und zu den Ergebnissen finden Sie unter www.adfc.de/fahrradklima-test.

Von MAZonline

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