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Waldstadt in Potsdam wächst wieder
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Grundsteine für mehr als 200 neue Wohnungen Waldstadt in Potsdam wächst wieder

In der Potsdamer Waldstadt drehen sich wieder die Kräne. Die Wohnungsgenossenschaft „Karl Marx“ legte an der Straße Zum Kahleberg den Grundstein für ihr größtes Wohnungsbauvorhaben der Nachwendezeit. Die kommunale Pro Potsdam setzte am Moosfenn den Grundstein für ihr erstes Waldstadt-Wohnhaus seit 30 Jahren.

Grundsteinlegung mit Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD), Architekt Hermann Thoma, Ministerin Kathrin Schneider (SPD) und Pro-Potsdam-Geschäftsführer Bert Nicke am Moosfenn.

Quelle: Christel Köster

Potsdam/Waldstadt. Ein fünf Meter langes Alphorn aus Abwasserrohren, in einer gewaltigen Baugrube virtuos gespielt vom „Blechzeit“-Musiker Hans Hüfler, war am Freitag der musikalische Höhepunkt der ersten von zwei denkwürdigen Grundsteinlegungen in der Waldstadt II. Die Wohnungsgenossenschaft „Karl Marx“, mit 6000 Wohnungen größte Potsdamer Genossenschaft, feierte mit dem Grundstein für den zweiten Abschnitt ihres „Quartiers Waldgarten“ zwischen Saarmunder Straße, Zum Kahleberg und Zum Jagenstein den Auftakt für ihr größtes Neubauprojekt seit dem Mauerfall.

Hans Hüfler bläst auf dem Plastik-Horn, sein „Blechzeit“-Bandkollege Bernd Petschke sieht ihm zu.

Quelle: Tina Merkau

Bis Ende 2018 sollen die 113 Wohnungen in fünf vier- bis sechsgeschossigen Häusern bezugsfertig sein, kündigte der kaufmännische Vorstand Bodo Jablonowski an. 23 Millionen Euro würden investiert. Die Nachfrage sei enorm. Aktuell warteten 750 Genossenschaftsmitglieder auf eine Wohnung.

In einem ersten Abschnitt für den „Waldgarten“ wurden 2011 bereits 68 Wohnungen an der Saarmunder Straße fertig gestellt. Komplettiert wird das Ensemble durch den Verwaltungsbau des früheren Wohnungsbaukombinats an der Straße Zum Jagenstein, der bis Ende 2018 zum Wohn- und Geschäftshaus umgebaut werden soll.

Neben 50 Gewerberäumen sollen 16 kleinere Zweiraumwohnungen und im Erdgeschoss die erste Demenz-Wohngemeinschaft der Genossenschaft mit Platz für acht Bewohner entstehen. Der Technische Vorstand der Wohnungsgenossenschaft, Sebastian Krause, kündigte weitere Wohnungsneubauten am Tiroler Damm und am Kahleberg an.

Herzkammer der Waldstadt II

Wo jetzt das „Quartier Waldgarten“ entsteht, war früher die Herzkammer der Waldstadt II. Denn hier hatte das Wohnungsbaukombinat (WBK) Potsdam seinen Sitz, das die Waldstadt in den 1970er und 1980er Jahren errichtete.

Der Verwaltungsbau des WBK an der heutigen Straße Zum Jagenstein (früher Fritz-Perlitz-Straße) wird zum Büro- und Wohnhaus umgebaut. Abgerissen wurden Wirtschaftsgebäude und die Kantine des WBK im Hofbereich. Dort gähnt jetzt eine riesige Baugrube.

Für den Hochbau hat die Wohnungsgenossenschaft „Karl Marx“ Experten mit ausgewiesener Ortskunde verpflichtet: Die Märkische Bau-Union ist der Nachfolgebetrieb des WBK.

Auch die zweite Grundsteinlegung am Moosfenn für insgesamt 105 Wohnungen war in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich. Erstmals seit 30 Jahren baue die städtische Bauholding Pro Potsdam, die nach dem Mauerfall mit der Gewoba den Wohnungsbestand der früheren Kommunalen Wohnungsverwaltung übernommen hat, damit wieder Wohnungen in der Waldstadt, so Geschäftsführer Bert Nicke.

Grundsteinlegung in der Baugrube für das „Quartier Waldgarten“.

Quelle: Christel Köster

Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) sprach von einer Trendwende für Potsdam und das Land Brandenburg: „Wir bauen wieder neue Wohnungen.“ Das Projekt der Pro Potsdam sei zudem nach Bernau das zweite nennenswerte Vorhaben im Land, das über den neu aufgelegten Fonds für sozialen Wohnungsbau gefördert wird.

Im Gegenzug für die 14 Millionen Euro Landesförderung sind 75 Prozent der Wohnungen mietpreis- und belegungsgebunden. Die Nachfrage aus dem Kreis der Pro-Potsdam-Mieter sei schon jetzt enorm, sagte Sprecherin Anna Winkler. Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) würdigte auf beiden Richtfesten, dass die Stadt nicht nur im Norden, sondern auch im Süden wachse. Die Waldstadt, sagte er, sei „einer der schönsten Stadtteile, die wir in Potsdam haben“.

Von Volker Oelschläger

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