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Goldjungs Brendel/Vandrey legen los
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Kanurennsport, KC Potsdam Goldjungs Brendel/Vandrey legen los

Am 20. August 2016 wurden sie in Rio sensationell Olympiasieger im Canadier-Zweier. Genau neun Monate später hat die Ehe weiter bestand, starten Sebastian Brendel und Jan Vandrey erstmals wieder zusammen – beim Weltcup in Portugal.

Parforce-Ritt übers Wasser: Sebastian Brendel (r.) und Jan Vandrey überraschten 2016 mit Olympia-Gold im Canadier-Zweier.

Quelle: foto: dpa

Potsdam. Exakt neun Monate nach ihrem grandiosen Olympiasieg steigen Sebastian Brendel und Jan Vandrey am Wochenende beim ersten Weltcup 2017 in Montemor-o-Velho/Portugal wieder gemeinsam ins Boot. Das Erfolgsduo vom Kanu-Club Potsdam tritt dabei über 500 Meter an, weil Brendel außerdem noch seine Paradestrecke, die 1000 Meter, im Einzel fährt. „Ich möchte trotz der langen Pause und dem verspäteten Trainingseinstieg einen guten Saisoneinstand und gewinnen“, legt der Doppel-Olympiasieger von Rio die Messlatte gleich wieder hoch. Dass der 29-Jährige im Canadier-Zweier mit Spezi Vandrey die 500 und nicht die olympischen 1000 Meter bestreitet, nimmt Brendel eher als Herausforderung: „Das wird kein leichter Wettkampf für uns, es sind einige starke Konkurrenten dabei. Das ist für uns eine gute Generalprobe für den Weltcup eine Woche später in Szeged.“

Harte nationale Konkurrenz

Denn in Ungarn geht es für das Potsdamer Duo neben einem guten Weltcup-Resultat vor allem um die nationale Qualifikation für die Saisonhöhepunkte EM (im Juli in Plowdiw/Bulgarien) und WM (im August in Racice/Tschechien). In Szeged werden sie sich mit Peter Kretschmer/Yul Oeltze duellieren, die sich in dieser Woche bereits intern in München gegen Stefan Kiraj (Potsdam) und Conrad Scheibner (Berlin) behaupten konnten.

„Uns wird als Olympiasieger nichts geschenkt“, bestätigt der 25-jährige Vandrey. Der Leipziger Kretschmer war 2012 mit dem Potsdamer Kurt Kuschela immerhin Olympiasieger. Der Magdeburger Oeltze holte 2014 WM-Bronze mit Ronald Verch (Potsdam). Das zeigt, der Deutsche Kanu-Verband (DKV) hatte im Canadier-Zweier zwar immer wieder Erfolg, aber die Bootsbesatzungen zu den Höhepunkten wechselten wie die Jahreszahlen. „Es gab in den letzten acht Jahren nie eine konstante Besetzung“, erzählt Vandrey, der das mit Brendel gern ändern möchte.

Auf Anhieb hat es gepasst

Nachdem Deutschland aufgrund der Disqualifikation Weißrusslands (wegen Dopingvergehen) kurzfristig einen Startplatz für Rio erhalten hatte, passte es mit den beiden aus Schwedt stammenden Jungs auf Anhieb wie bei Topf und Deckel. Der Olympiasieg schweißte sie noch mehr zusammen. „Das gibt natürlich viel Selbstvertrauen, hat meine Motivation noch erhöht“, bestätigt Vandrey. Der Brandmeister bei der Feuerwehr hat aber die Alarmsignale der Konkurrenten nicht überhört. „Jetzt sind wir die Gejagten, das macht es nicht einfacher.“ Polizist Brendel meint: „Das wird kein Selbstläufer. Aber der Zweier macht Spaß und der Erfolg bestärkt. Mal sehen, ob es auf Dauer so gut passt.“

Gemeinsam bis Olympia 2020

Davon ist ihr Trainer Ralph Welke fest überzeugt: „Sie wollen bis Olympia 2020 marschieren – in einem Boot, haben ihren Weg gemeinsam geplant. Der Erfolg von Rio beflügelt, hat sie noch mehr aufeinander eingeschworen. Es passt auch menschlich. Das halte ich auf Dauer für sehr wichtig.“

Schon die nächsten Wochen werden zeigen, ob diese „Ehe“ bestehen bleibt. Brendel/Vandrey sind die einzigen deutschen Starter in Portugal, während der große Rest der deutschen Kanu-Flotte derzeit in München trainiert und erst eine Woche später in Szeged präsent sein wird. Dann müssen sich die Potsdamer Olympiasieger auch gegen Kretschmer/Oeltze behaupten.

Von Peter Stein

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